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EU schränkt Konservierungsstoffe ein

Montag, 27. Juli 2015

EU schränkt Konservierungsstoffe ein

Die EU hat den Einsatz von Konservierungsmitteln in Kosmetikprodukten eingeschränkt. Damit soll das Risiko von Hautallergien gesenkt und besonders Kleinkinder geschützt werden. Welche Probleme es mit Konservierungsstoffen gibt, dass diese teilweise sogar verboten werden müssen, und wie das mit Naturkosmetik aussieht, erfahren sie hier.

Seit zwei Wochen dürfen die Stoffe Methylchloroisothiazolinon und Methylisothiazolinon (MCI/MI) nicht mehr in Produkten vorkommen, die sich nicht abspülen lassen (also etwa Hautcremes). In Duschgels und Shampoos ist es erlaubt, sie in geringen Mengen weiterzuverwenden.

Bereits im April wurden zwei andere Konservierungsstoffe verboten: Propylparaben und Butylparaben. Sie wurden aus Kosmetikprodukten verbannt, die zum Eincremen im Windelbereich bei Kindern unter 3 Jahren gedacht sind. An diesen Körperstellen kann die Aufnahme der Stoffe durch Hautreizungen oder durch den dichten Verschluss der Windel höher sein, als an anderen Stellen. Für andere Produkte gelten neue, niedrigere Höchtgrenzen bei diesen beiden Stoffen.

Eigentlich haben Konservierungsstoffe in Kosmetikprodukten ihre Berechtigung. Ohne sie müssten manche Kosmetika im Kühlschrank aufbewahrt werden, sie würden nicht so lange haltbar sein und könnten unter Umständen bald mit Krankheitserregern kontaminiert werden.

Viele der für die Konservierung verwendeten Substanzen sind jedoch synthetisch hergestellt und deshalb manchmal sehr aggressiv. Sie stehen im Verdacht, Hauptauslöser von Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen zu sein. Einige sollen sogar krebserregend wirken.

Echte Naturkosmetik ist frei von derartigen synthetischen Stoffen . Zur Konservierung werden andere Stoffe eingesetzt.

Heute ist die Grundvoraussetzung, um Kosmetikprodukte ohne synthetische Konservierungsmittel herzustellen, ein hoher hygienischer Standard. Mit Luftfilteranlagen, regelmäßiger Desinfektion mit Wasserdampf oder Alkohol und einwandfreien Rohstoffen wird so keimfrei wie möglich gearbeitet.

Als Konservierungsmittel werden in der  Naturkosmetik zum Beispiel Alkohol, ätherische Öle, Propolis oder Vitamin E verwendet. Sie sollen die Verkeimung von Produkten verhindern.

Viele Naturkosmetikstandards lassen auch naturidentische Konservierungsmittel zu. Diese Stoffe werden zwar im Labor nachgebildet, haben aber die gleiche Molekularstruktur, die auch in der Natur vorkommt - sind also chemisch ident mit natürlichen Stoffen. Welche naturidentischen Stoffe für welches Label erlaubt sind, ist genau in den Standards des jeweiligen Labels definiert. Ein häufiges vorkommendes Beispiel ist etwa Kaliumsorbat (INCI = Potassium Sorbate), ein Salz der Sorbinsäure, das auf natürliche Weise in unreifen Vogelbeeren vorkommt. Diese naturidentischen Stoffe weisen nur ein sehr geringes allergenes Potenzial auf, weshalb sie auch schon lange zur Konservierung von Lebensmitteln eingesetzt werden.

Alle Kosmetikprodukte weisen entweder ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder eine PAO-Angabe (engl.: period after opening) auf. Letztere gibt an, wie lange ein Kosmetikprodukt nach dem Öffnen verwendet werden kann, ohne schädlich für den Verbraucher zu sein. Für die PAO-Angabe wird ein bestimmtes Symbol verwendet, das einen offenen Cremetopf darstellt. Darin befindet sich eine Zahl, die den Zeitraum der Haltbarkeit in Monaten (M) oder Jahren (A) angibt.

Diese Angabe gilt für alle kosmetischen Produkte, die eine Mindesthaltbarkeit von mehr als 30 Monaten haben. Alle anderen Produkte haben ein klassisches Mindesthaltbarkeitsdatum.

Es gibt auch Naturkosmetikprodukte, die vollkommen ohne Konservierungsstoffe oder Konsistenzgeber auskommen. Deshalb müssen viele dieser Produkte vor der Verwendung geschüttelt werden. Es kann auch vorkommen, dass sie sich farblich verändern. Das ist ein natürlicher Prozess, der in vielen Kosmetikprodukten stattfinden würde, wären sie frei von Konservierungsmitteln. Solche Veränderungen sind also kein Zeichen von schlechter Qualität, sondern zeugen von Natürlichkeit. Innerhalb des Mindesthaltbarkeitsdatums sind solche Veränderungen auch vollkommen ungefährlich und das Produkt  kann gefahrlos verwendet werden.

Um so lange wie möglich Freude an einem Naturkosmetikprodukt zu haben, kann man ein paar Tipps beachten: Sie sollten kühl, trocken und dunkel gelagert, nach der Verwendung gleich wieder verschlossen und in Cremetiegel immer nur mit sauberen Händen oder, noch besser, einen Spatel gefasst werden

“Everything you can imagine, nature has already created.”

Albert Einstein