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Mittwoch, 03. Oktober 2012

Naturschwämme – begehrt wie schon lange nicht!

Die saugkräftigen Badeutensilien aus den Tiefen der Meere erleben derzeit ein sensationelles Revival: Die Schwammbänke haben sich nach der Krankheit in den 40er- und 50er-Jahren erholt. Und auch die billigen Plastikschwämme verlieren gegen das der Haut so gut tuende Naturprodukt an Boden. Aber was ist das eigentlich – ein Naturschwamm?

Naturschwämme werden aus den vielporigen Meeresbewohnern namens Spongia officinalis und ihren Verwandten gewonnen, genauer gesagt, aus den elastischen, saugfähigen Skeletten. Und das schon seit der Antike – zumindest berichten bereits Platon und Homer von den Badeschwämmen, auch Goethe soll viele hundert Jahre später einen genutzt haben.

Die meisten dieser Schwämme, die in ihrer Art ein wenig den Korallen ähneln, werden heutzutage in ein bis 40 Metern Tiefe gezüchtet – man kann sie also unbedenklich genießen, sie wachsen nach. Der beste, weil weichste Schwamm kommt aus dem Mittelmeer, daher ist er meist auch ein wenig teurer. Es gibt aber auch sehr gute Qualität aus der Karibik und aus der Südsee.

Wer zum ersten Mal einen solchen Naturschwamm benutzt, wird sich vielleicht über die Festigkeit wundern („spröde“ sind allerdings nur Billigprodukte!). Tatsächlich sind Naturschwämme nicht so weich wie künstliche, aus Erdölprodukten hergestellte Badeschwämme. Trotzdem oder gerade deswegen haben sie erstaunlich gute, hautpflegende Eigenschaften – zum Beispiel durch den natürlichen Peelingeffekt. Bei regelmäßiger Anwendung wird die Haut zarter und weicher. Abgestorbene, verhornte Hautpartikel werden mit dem Schwamm entfernt und das Hautbild insgesamt verfeinert sich. Auch die Durchblutung wird angeregt, was zur Straffung der Haut beiträgt.

Auch im Gesicht kann der Naturschwamm angewendet werden – z. B. bei Akne. Und wenn die Haut unter Mitessern und verstopften Poren leidet. Ist alles rot und entzündet, hat der Schwamm jedoch Pause!

Wird ein geliebter Badeschwamm nach einiger Zeit spröde und grau, lässt man ihn am besten 24 Stunden lang in einer Salzlauge ruhen (ca. 125 Gramm auf einen Liter Wasser) und spült ihn anschließend gründlich aus. Das gefällt dem Badeschwamm, ist er dann doch kurz wieder in seinem ursprünglichen, natürlichem Element Salzwasser.
Und damit er wieder schön gelb wird, nutzt man eine Essiglösung (2 Esslöffel in einem halbem Liter Wasser). Allerdings nicht zu oft, sonst läuft der Schwamm Gefahr, zerstört zu werden. Empfehlungen, den Badeschwamm zur Reinigung in die Mikrowelle zu legen, sollte man eher nicht folgen. Die Gefahr, dass er in Flammen aufgeht, ist zu groß. Da ist es immer noch besser, den Badeschwamm bei maximal 30 Grad in die Waschmaschine zu tun.

Wichtig ist: Nach der Reinigung gut durchspülen (Rückstände der Reinigung müssen raus!) und vor allem: Immer gut trocknen lassen, auch nach dem täglichen Gebrauch. Denn sonst können sich Bakterien ausbilden.

“Everything you can imagine, nature has already created.”

Albert Einstein