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Basische oder pH-neutrale Hautpflege?

Montag, 13. Juli 2015

Basische oder pH-neutrale Hautpflege?

Wir erhalten immer wieder Mails, in denen es um die Frage geht, was der Unterschied zwischen basischen und pH-neutralen Hautpflegeprodukten ist, ob es bestimmte Hautarten gibt, für die Pflegeprodukte einer dieser beiden Arten besser sind, und warum es generell Pflegeprodukte mit unterschiedlichen pH-Werten gibt. Eine Antwort auf diese Frage ist gar nicht so einfach. Es geht hier nämlich nicht nur um verschiedene Arten von Hautpflegeprodukten, hier prallen zwei Weltanschauungen aufeinander. Deshalb können konkrete Aussagen zu diesem Thema (etwa welche Produktkategorie für welchen Hauttyp am besten ist) auch nicht gemacht werden, ohne einer der beiden Sichtweisen zu widersprechen.

Um aber die grundsätzliche Thematik zu behandeln, werden im Folgenden die unterschiedlichen Standpunkte und Sichtweisen gegenübergestellt*:

Die Schulmedizin tritt für eine pH-neutrale Hautpflege ein. Diese beeinträchtigt den Säureschutzmantel der Haut, das ist ein dünner Wasser-Fett-Film, der aus Talg, Schweiß und Hornzellen besteht, nicht und sorgt so dafür, dass die Haut gesund bleibt. Die Sichtweise der Alternativmedizin propagiert basische Pflegeprodukte, da es den so genannten Säureschutzmantel gar nicht gibt. Die Tatsache, dass die Haut einen sauren pH-Wert hat, hat andere Gründe. Hier nun also die beiden Sichtweisen.

pH-neutrale Hautpflege

Die Haut hat einen leicht sauren pH-Wert. Diese Erkenntnis wurde schon vor über hundert Jahren gemacht. Der pH-Wert gesunder Haut liegt bei einem durchschnittlichem Wert von 5,5 (Wasser hat einen neutralen pH-Wert von 7.) Je nach Alter, Geschlecht, Hautareal, etc. kann sich diese Zahl verändern. Das saure Milieu entsteht durch den so genannten Säureschutzmantel.

Der Begriff pH-neutral bedeutet in der Hautpflege nun nicht wirklich neutral im Sinne von Wasser, das weder Säure noch Base ist, sondern Haut-neutral. Die Produkte sind also dem pH-Wert der Haut angepasst und damit leicht sauer.

Die Idee hinter pH-neutraler Hautpflege ist, dass sich der natürliche pH-Wert der Haut durch waschen möglichst wenig verändern soll, um die Schutzfunktion aufrecht zu erhalten.

Normale Seife hat einen relativ hohen pH-Wert von bis zu 9. Je höher dieser Wert ist, desto mehr wird die Haut ausgetrocknet. Früher ging man davon aus, dass der Säureschutzmantel der Haut sich nach spätestens einer Stunde wieder gebildet hat. Studien haben aber ergeben, dass es viel länger dauert und damit ist die Haut längere Zeit angreifbar.

Basische Körperpflege beruht auf der falschen Annahme, dass Säuren der Haut oder allgemein dem Organismus schaden. Der Körper kann ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt jedoch problemlos ausgleichen, indem er überschüssige Säuren einfach neutralisiert. Das ist ein alltäglicher Vorgang, denn ein Säureüberschuss entsteht schon bei normaler Mischkost.

Säuren werden aber auch über die Haut ausgeschieden. Das dient der Aufrechterhaltung des Säureschutzmantels. Durch Untersuchungen weiß man, dass ein saures Milieu nämlich für die meisten Bakterienarten und Pilze ungünstig ist, wodurch ihr Wachstum gehemmt wird.

Säuren generell mit Basen neutralisieren zu wollen, ist keine gute Idee, weil viele Bereiche des Körpers auf Säuren angewiesen sind. Damit schadet man sich also mehr, als es hilft.

Basische Hautpflege

Bis in die siebziger Jahre gab es nur basische Körperpflegeprodukte. Das heißt, dass es jahrzehntelange Erfahrung mit basischer Hautpflege gibt. Diese dient aber nicht nur der Hautreinigung, sondern auch dem Hautschutz. Allergische Reaktionen und angegriffene Haut durch pH-neutrale Produkte häufen sich. Angegriffene Haut ist eine hervorragende Brutstätte für Pilze aller Art, weil diese am besten in einem sauren Milieu überleben. Das Motto einer sinnvollen Körperpflege kann also nur sein: Basische Pflege statt saurer Belastung.

Ein leicht basischer pH-Wert von 7,4 trocknet die Haut nicht aus und ist so optimal für die regelmäßige Körperpflege.

PH-neutrale Produkte führen zu einer Zerstörung der natürlichen Hautregulation. Den so genannten Säureschutzmantel gibt es nämlich nicht. Er wird von der Kosmetikindustrie nur für Werbezwecke eingesetzt. Die Haut hat vielmehr einen so niedrigen pH-Wert, weil der Körper durch die hohe Säurebelastung nicht mehr in der Lage ist, die überschüssigen Säuren über Nieren und Darm auszuleiten. Die Haut wird zu Hilfe genommen. Saure Hautpflegeprodukte drängen nun diese austretenden Säuren zurück in die Körpersäfte. Deshalb sind diese Produkte nicht gut.

Verwendet man dagegen basische Produkte, kommt es zu einer Reaktion mit den Säuren, sie werden neutralisiert und somit gelöst. Dadurch wird der Körper angeregt, eingelagerte Säuren und Schlacken aus dem überwiegend sauren Milieu der Zellen zu lösen und in einer basischen Umgebung abzugeben. Wird bspw. ein basisches Vollbad mit einem pH-Wert von 8,5 genommen, so sinkt dieser Wert bei einer Badedauer von einer Stunde deutlich. Das Badewasser nimmt die über die Haut vom Körper abgegebenen Säuren auf.

Durch pH-neutrale Körperpflege wird die Haut außerdem entfettet. In der Folge verlieren die Talgdrüsen ihre natürliche Fähigkeit, den Rückfettungsprozess in Gang zu setzen. Basische Körperpflege regt hingegen die Talgdrüsen an.

* Es handelt sich bei diesem Artikel lediglich um eine neutralen Vergleich verschiedener Standpunkte und Sichtweisen. Deshalb kommen auch Aussagen im jeweiligen Standpunkt vor, die jenen des anderen widersprechen. Dieser Umstand ist bewusst gewollt, da sonst eine vollständige Gegenüberstellung der unterschiedlichen Ansichten nicht möglich gewesen wäre. Dabei wird auch die Tatsache toleriert, dass von zwei sich  widersprechenden Aussagen nur eine richtig bzw. wahr sein kann.
Weiters wird weder eine Empfehlung für noch gegen bestimmte Produkte oder Sichtweisen in dieser Gegenüberstellung gegeben. Jede/r ist selbst dafür verantwortlich, die seiner/ihrer Meinung nach geeignetste Hautpflege zu wählen.

“Everything you can imagine, nature has already created.”

Albert Einstein