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Freitag, 23. November 2012

Kleines Lexikon der Kosmetikpinsel

Dick, dünn, oval, abgeschrägt, spitz, buschig, fest, mit Flat Top oder pilzförmig… Zehn bis zwanzig Pinsel benötigt man schon, wenn  das Make-up optimal gelingen soll – ein Überblick:

Naturhaar- (Pony, Ziege, Zobel, Waschbär, Marder) oder Synthetikhaarpinsel, das ist hier die erste Frage! Die Antwort darauf ist wieder eine Frage: Was wollen Sie damit tun? Mit Kunsthaarpinseln kann man flüssige und cremige Produkte sehr gut  anbringen, während Echthaarpinsel vor allem für Pudergeschichten optimal geeignet sind. Es gibt aber auch Pinsel aus Schaumstoffschwamm, z. B. als Applikator für einen Lidschatten, wenn man möglichst viel Farbe aufs Lid bringen will. Sowohl Naturhaar- als auch Kunsthaarprodukte gibt es in unterschiedlichsten Qualitäten und Preisen, von günstig bis exklusiv. (Wobei der Preis für die Pinselqualität nicht immer ausschlaggebend ist!)

Apropos Qualität: Jeder neue Pinsel sollte vor dem ersten Benutzen und danach regelmäßig gewaschen werden, idealerweise mit einem Babyshampoo. Einfach sanft einarbeiten, ausdrücken, mit klarem Wasser nachspülen und trocknen lassen. Verliert der Pinsel ein paar Haare, so ist das – besonders bei Naturhaarpinseln – ganz normal und keinesfalls ein Zeichen mangelnder Qualität. Gehen aber viele Haare aus und/oder verformt sich der Pinsel durch das Waschen, kann man nicht von guter Qualität sprechen. Das gilt auch, wenn der Pinsel ein streifiges Make-up erzeugt, nicht zum Verblenden geeignet ist oder einfach keine Puderfarbe annehmen und aufs Gesicht übertragen will.

Das sind die gängigsten Pinselformen – und zwar der Reihe nach, wie sie beim Schminken zur Anwendung kommen:

Foundation-Pinsel: Das Haar dieses optimal elastischen, flachen Pinsels ist in Form einer kleinen „Zunge“ verlegt, also vorne oval zulaufend. Damit kann man die (flüssige) Grundierung optimal auftragen – wobei jede Frau selbst den für sie optimalen Pinsel finden muss (Größe, Stärke, Foundationprodukt). Dieser Brush ist besonders für trockene Haut geeignet, da man das Make-up damit sehr gut auftupfen und eventuell auftretende Hautschüppchen gut langanhaltend fixieren kann.

Der Stippling-Pinsel ist ebenfalls zum Auftragen von Foundation geeignet, aber nicht flach, sondern rundherum buschig und – je nach Modell – vorne auch gerade abgeschnitten (Flat Top). Beide Pinsel sind klassischerweise aus Kunsthaar, da es sich um flüssige Make-up-Produkte handelt.

Puder-Pinsel: Um den Teint ein wenig zu mattieren, sollte man sein Make-up immer mit einem losen Puder fixieren. Der dafür geeignete Spezialpinsel ist besonders groß (mindestens fünf Zentimeter im Durchmesser) und weich, damit man das Compact-Pulver (oder den Bronzer) gleich- und ebenmäßig im Gesicht verteilen kann. Für die Handtasche gibt es Sonderformen mit ein- oder herausdrehbarer Quaste.

Kabuki Pinsel: Das sind spezielle Puderpinsel, die es seit der Einführung von Mineral Foundation gibt. Dieses Spezialpuder wird nämlich mit kreisenden Bewegungen und etwas Druck aufgetragen – weshalb Kabuki Pinsel fester und straffer als herkömmliche Puderpinsel gebunden sind. Kabukis gibt es klein und kompakt, aber auch groß und buschig. Optimal für Cremerouge geeignet ist ein Kabuki, wenn er abgeschrägt ist.

Rouge-Pinsel: Dieser Pinsel modelliert das Gesicht mit Rouge und verbessert so das Gesichtsoval. Er sollte nicht allzu groß und dick sein, damit das Rouge präzise aufgetragen werden kann. 

Seinen Konturen-Pinsel liebt man heiß und innig oder man ist noch auf der Suche nach dem richtigen – damit trägt man (neben dem Rougepinsel) das Rouge, den Bronzer und/oder den Highlighter auf die Wangen auf, um dem Gesicht damit die optimale Kontur zu verleihen.

Lidschatten-Pinsel gibt es abgeschrägt oder gerade und in den unterschiedlichsten Ausführungen, um Pulver-Lidschatten aufzutragen. Je fluffiger, desto besser, weil man damit anfangs möglichst viel Farbe aufs Augenlid packen kann. Je nach Look, den man schminken möchte, kommen schmälere oder breitere Pinsel zum Einsatz. Auch für den Smoky-Effekt gibt es eigene Eye-Brushes. Für flüssigen Lidschatten haben sich Schaumstoffapplikationen durchgesetzt.

Der Fächer-Pinsel ist der ideale Pinsel zur Fertigstellung des Make-ups. Er „fegt” überflüssige Make-up-Partikel vom Gesicht und verteilt das Rouge auf den Wangen oder das Glanzpuder auf Gesicht und Dekolleté sanft und gleichmäßig.

Der Blender ist ein Spezialpinsel zum Auftragen und Verblenden von puderigem Lidschatten.

Der (Eye-) Liner ist, wie der Name schon sagt, zum Auftragen von Linien da. Der schräge oder zugespitzte Schnitt des Pinselhaars ermöglicht es, eine präzise Linie auf dem Augenlid aufzutragen (Lidstrich). Je nach Festigkeit kann man die Linie damit auch etwas verblenden.

Augenbrauenpinsel werden (alternativ zum Augenbrauenstift) benutzt, um zu schwach ausgeprägte Augenbrauen nachzuziehen. Sie sind meist schmal und abgeschrägt.

Der Concealerpinsel ersetzt die Finger beim Auftupfen von Concealer, um z. B. Augenringe oder eine Hautunregelmäßigkeit zu überdecken. In der Form erinnert der Concealerbrush ein wenig an die Pinsel, die Kinder zum Wasserfarbenmalen benutzen – langer Stil und kleine, unterschiedlich breite, flache Pinselaufsätze.

Die Lippen-Pinsel zum Auftragen von Lippenrot sind im großen und ganzen vom Lippenstift verdrängt worden. Ihr Vorteil liegt darin, dass die feinen Haare auch in Fältchen vordringen, weshalb sie vor allem bei Damen in reiferem Alter immer noch gerne Verwendung finden.

Haben wir Ihnen Appetit auf den einen oder anderen Pinsel gemacht – dann viel Spaß beim Shoppen!

“Everything you can imagine, nature has already created.”

Albert Einstein